Posedown’s Lerntagebuch

November 8, 2007

Die Wahrheit über die Umweltkrise & deren Ursache

Gespeichert unter: Umweltethik — Schlagworte: , , , , , , , , — posedown @ 10:09

Wieder ein Tag im öffentlichen Verkehrsnetz, langsam gewöhne ich mich daran, und ich beginne die gewonnene Zeit zu genießen.

Heute begann ich mich mit der “Wahrheit über die Umweltkrise” zu beschäftigen. Schon in ferner Vergangenheit wurden regional die Grenzen der Tragfähigkeit erreicht bzw. überschritten, was zu Abwanderungen oder Eroberungen führte. Heute finden wir uns in einer global gesehenen Krise: dem Bevölkerungsproblem. Je höher die Ansprüche, umso mehr Fläche wird beansprucht. Neue Berechnungen ergeben eine verfügbare ökoproduktive Fläche von rd. 2 ha pro Kopf. Dies zeigt, dass die reichen Länder auf “zu großem Fuß” leben (Ökologischer Fußabdruck). Rd. 40% pflanzlicher Primärprodukte werden bereits vom Menschen beansprucht. Der Verlust biologischer Vielfalt, bedingt durch die steigende Inanspruchnahme  natürlicher Lebensräume, steigt rasant. Schon immer standen tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben (natürliche Rate des Aussterbens ca. eine Art/Jahr). Gegenwärtig hat das Artensterben die 1.000 - 10.000 fache Geschwindigkeit. Bedingt durch wenige Jahre billigen, reichlichen Erdöls kam es zu Ressourcenverschleiß und einst undenkbaren Veränderungen: Billige Energie bedeutete billigen Rohstoff. Verschleiß- und Verschwendungsproduktion, sowie Wegwerfmentalität setzten sich durch. Die Folgen: neben Umweltverschmutzung der Raubbau an nicht erneuerbaren Rohstoffen.

Neben der quantitativen Zunahme der Abfälle kam auch eine Steigerung der Giftigkeit. Jährlich kommen tausende neu produzierte Giftstoffe in die Biosphäre, deren Selbstreinigungsprozeß damit überfordert wird. Ein weiteres Thema ist die Überforderung der Tragfähigkeit. Zerstörung der Ökosysteme bedingt durch Waldschlag, schlechte landw. Nutzung, aber auch die raubbaumethoden der Fischerei führen dazu, dass der über Jahrmillionen dauernde Aufbau von struktureller und funktioneller Ordnung, vom Menschen binnen kürzester Zeit zerstört wurde. Auch der Abbau der Menschlichkeit, der kontinuierliche Verlust kultureller Werte und die bedenkliche Verschärfung der Inhumanität tragen ihren Teil zur Umweltkrise bei.

Auf der Heimfahrt wurden dann die Ursachen der Krise durchläutet. Im Prinzip liegt die Ursache in der biologischen “Grundausstattung des Menschens. Triebhaftes Verhalten: Der Mensch ist viel weniger Vernunftwesen und viel mehr gefühl- und triebgesteuert, als angenommen wird. Das Ausleben von Trieben lustbetonter Selbstzweck ist und das Unterdrücken Frustration bedeutet und Kraft kostet. Ein weiterer Aspekt ist das Streben nach Macht und Prestige. Es ist wichtig Anerkennung zu finden und sozialen Aufstieg zu erreichen. Die Freibeutermentaltität hat in Verbindung mit technischer Macht potentiell verheerende Folgen. Im Laufe der biologischen Evolution waren schon immer dienjenigen Lebensformen im Vorteil, die am effizientesten mit ihrer Energie umgingen. Technischer Fortschritt unterstützt den Hang zur Bequemlichkeit. Mangelnde Glücksfähigkeit und Werbeindustrie erzeugen die Illusion, das Konsum glücklich macht –> Konsum als Ersatzbefriedigung. Ethnozentrismus, Anthropozentrismus & Xenophobie: In vielen Kulturen wird die eigene Gruppe als Mensch bezeichnet. Fremde werden als Bedrohung gesehen. Dieses Misstrauen und Feindseligkeit können bis zum Genozid ausarten, der abgründigen Dimension unseres Verhalten.

Auch lineares Denken fördert die Umweltkrise. Solange  die statischen Verhältnisse vorlagen (als der Mensch noch keine folgenschweren Eingriffe setzen konnte) reichte das Denken in einfachen Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Mit wachsender Menschenzahl und zunehmender technischer Macht hat sich das grundlegend geändert: die aus dem linearen Denken entsprungenen Versuche der Weltverbesserung bewähren sich in der Regel nicht in der komplexen Realität der Ökosphäre. Eine weitere biologische Grundausstattung ist die Bereitschaft zur Gehorsam. Siehe Stanley Milgram Experiment (in einem Gehorsamsverhältnis haben Menschen anderen Versuchspersonen - scheinbar echte - lebensbedrohende Elektroschocks verabreicht). Salomon Asch zeigte in seinen Versuchen, dass Versuchspersonen unerwartet stark zu Konformismus neigen. Sie bringen es nicht fertig zu ihrer eigenen Meinung zu stehen, wenn diese von der Gruppenmeinung abweicht (stark abhängig von der Persönlichkeit).

Die abschließende Definition des Begriffs “Problemmultiplikatoren“: Manche Formen der Technik bringen nur auf den ersten Blick eine Verbesserung, ziehen aber jede Menge Folgeprobleme nach –> mehr Probleme schaffen als lösen. Bsp.: Assuan Staudamm in Ägypten.

1 Kommentar »

  1. Allen Ernstes, ich bin nicht beeindruckt ob der Informationen, doch ob ihrer Dichte und Ihrer klaren Formulierungen … Das macht Spaß zu lesen und zu lernen.

    Ski

    Kommentar von skibowski — Januar 11, 2008 @ 9:43

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