Posedown’s Lerntagebuch

November 7, 2007

Unfähigkeit zu Denken!

Nachdem ich mich gestern abend brav hingesetzt und begonnen habe aus dem Umweltethik-Prüfungskatalog jene Fragen auszuarbeiten, die ich schon beantworten kann. Auf 12 Fragen bin ich gekommen, aber nicht, weil es mir nicht möglich war mehr zu beantworten, sondern weil ich nach einiger Zeit einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Wie soll ich das beschreiben … ich fühlte die antwort, konnte sie aber nicht formulieren. Ich verbleibe in der Hoffnung, dass es heute Abend besser wird …

Am Weg in die Arbeit, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, die Schriften des Prof. Weish weiterzulesen: Eine Zusammenfassung über Albert Schweitzers Ethik “Ehrfurcht vor dem Leben” oder auch genannt die biozentrischen Position, die meines Erachtens nach etwas radikal, aber noch immer die beste Ansicht ist. Gefolgt von einem kurzen Kapitel mit dem Thema “anthropozentrischer oder mitgeschöpflicher Humanismus”, das mich wieder einmal an meine Grenzen des lesen-verstehen-wiedergeben bringt. Das nächste Kapitel löste meinen Selbstzweifel wieder in Nichts auf: Es umreißt den Weg von der Ethik zur Umweltethik und beschreibt den umweltethischen Imperativ, welcher eine Weiterentwicklung des kategorischen Imperativs und der goldenen Regel ist.

Aus der Erkenntnis der neuen Rolle des Wissens in der Moral heraus, kam die Überleitung zur Gesinnungs- (Ethik der Motive des Handelns) und Verantwortungsethik (urspr. Erfolgsethik: Der Zweck heiligt die Mittel) einst und heute und die daraus resultierende “Pflicht zu Wissen”.

Bei der Heimfahrt begleitete mich das Thema der zukunftsorientierten Verantwortungsethik. Aus der Pflicht sich ein Bild über mögliche Fernwirkungen zu machen und ein dafür angemessenes Gefühl zu erwecken resultiert die Pflicht zu Wissen und damit die Pflicht des Wissenden –> Mehr Wissenbedeutet mehr Verantwortung. Thma Nr. 2 waren die wesentlichen Prinzipien im Umweltschutz: das Sicherheitsprinzip, welches verlangt stets das worst case scenario zu zeichnen und im Zweifel für die Sicherheit zu agieren. Das darauf aufbauende Vorsorgeprinzip das Auftreten von irreperablen Schäden schon im vorhinein auszuschließen. Das Verursacherprinzip – im Sinne der Verantwortungsethik – besagt jeden Verursacher von Gesundheits- oder Ökoschäden konsequent zur Verantwortung zu ziehen (wie auch immer das aussehen möge?!?!)

Die vier umweltethischen Wahrheiten

  • Erkennen der ökologischen, gesellschaftlichen und ethischen Krise
  • Suche nach der Wurzel der Krise
  • Suche nach möglichen Alternativen
  • Die Wege zu ihrer Verwirklichung bereiten

Danach kam wieder eines dieser Kapitel, dass mich überforderte – wieder ein Exkurs in Sachen Wahrheit, Wirklichkeit, Realität. Aus dieser Selbstzweifelkrise rettete mich das nächste Thema: Von der klassischen zur ganzheitlichen Ökologie. Hier ging es um den Bedeutungswandel dieser Naturwissenschaft. Zuerst als Teilgebiet der Biologie, der Öffentlichkeit fast unbekannt, gehandelt, entwickelte sich die Wissenschaft der Gesamtheit der Beziehungen zwischen Organismen und ihrer Umwelt zu einer eigenständigen Brückenwissenschaft. Aus der unbefriedigenden Situation der Ausklammerung des Menschen aus der biologischen Systemwissenschaft Ökologie entwickelte sich ein neuer spezieller Zweig, der sich mit dem Menschen und der Beziehung zu seiner Umwelt befasst: die Humanökologie. Mit ihr erfuhr die Ökologie einen bedeutenden Wandel von der klassischen zur ganzheitlichen Ökologie (zur System- bzw. Beziehungswissenschaft).

 Mit dem abendlichen Fragen ausarbeiten gehts weiter steil bergab. So schaffte ich heute nur 7 Fragen zu beantworten (30 min.), danach war die Luft raus.

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