Ein neuer Tag im öffentlichen Verkehrsnetz in Wien … Heute setzte ich bei der Fahrt ins Büro meinen Weg durch das Thema Bildung und Ökologie fort.
Beginnend mit interessanten Ausführungen über die Degeneration der Bildungsanstalten zu Ausbildungsanstalten und der dazu widersprüchlichen Erkenntnis, dass Orientierungswissen (und somit auch eine breite Basisbildung) einen höheren Stellenwert einnehmen sollte als Verfügungswissen. Prof. Weish stellt die Regierungen an den Pranger, die durch Studiengebühren und Beschränkungen, dem Bildungswilligen verwehren, einen umfassenden Bildungsstatus über seinen Fachbereich hinaus zu erlangen. Er meint, dass die Anforderung an die Bildung von heute sein muss, den Menschen “wissenschaftskundig” zu machen, damit dieser nicht hilfloses Opfer raffinierter PR-Strategen wird. Abschließend umriss er die Möglichkeiten der Umsetzung politischer Bildung – wieder eines dieser Kapitel, die ich mir nicht einprägen konnte.
Das nächste Schriftstück, dass auf seine Bearbeitung wartet trägt den Titel “Regieren gegen die Bürger” – am Beispiel der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung. Für mich immerwieder ergreifende Themen, wenn es um Politik geht. Komme ich doch in beruflicher Hinsicht aus der Politik – zwar nicht als Politikerin, aber als einer dieser Menschen im Hintergrund. Eine kurze Einführung über die Möglichkeiten der Gentechnik im Bereich Pflanzenzüchtung und Landwirtschaft drehte mir bereits den Magen um. Zwar sind Qualitätsverbesserung, Ertragssteigerung, Schädlingsresistenz usw. durchaus positive Eigenschaften, aber was bringt es mir als Verbraucher, wenn der Konzern xy seinen Ertrag steigert? naja …
Weiter ging es mit der Entwicklung der Erwartungshaltungen Wirtschaft-Konsument während der ersten Entwicklungsphasen. Während die Wirtschaft immer mehr auf den Geschmack kam, nahm die Skepsis der Konsumenten zu. Durch BSE-Krise und andere Skandale in der Tierproduktion stieg die Nachfrage nach Bio-Produkten. Und nun ging es ans Eingemachte: Das Gentechnik Volksbegehren 1997 und die wundersame Wendung der sogenannten Volksvertreter. Mit 1,2 Mio. Unterschriften gab es einen eindeutigen Auftrag des Volkes an seine gewählten Vertreter. Mit dem Endeffekt dass die normative Macht des Faktischen über ethische Grundsätze, Bürgerwillen und Demokratie gesiegt hat.
Bei der Heimfahrt vom Büro widmete ich mich den allgemeinen Grundlagen der Ethik: Definitionen zu Moral, Ethik, moralanalogem Verhalten, Goldene Regel und kategorischer Imperativ, die verschiedenen Sichtweisen der Umweltethik, Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben und der Entwicklung von Rechten und Pflichten ab der Geburt.